Digital Transformation als verbrauchtes Schlagwort

Aktualisiert: 15. Mai 2018


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Das Schlagwort der heutigen Zeit, digitale Transformation. Doch oftmals wird der Begriff zu großzügig verwendet und man liest und sieht ausschließlich "digitale Transformation" als Allheilmittel für Unternehmen. Es wird in schönen und praktischen Theorien gesprochen, die oftmals nicht den Weg, in der dargestellten Form, in die Unternehmen findet. Man sieht sich eher mit der nüchternen Realität konfrontiert - gut klingende "Best Practice" Konzepte funktionieren nur auf dem Papier.

Natürlich ist dies eine überspitze Darstellung, welche jedoch die praktische Seite der digitalen Transformation, so wie sie als Konzept oftmals verkauft wird, ganz gut einfängt.

Viele KMUs stehen vor sehr praktischen Problemen, wenn es um die digitale Transformation geht. Zum einen muss die Geschäftsführung erst einmal den Bedarf erkennen und zum anderen wissen was der "Start" für sie und ihr Unternehmen bedeutet. Bei klassischen KMU fehlt es vermehrt an Erfahrung, was im Kern nicht das Problem ist, es fehlt jedoch auch häufig an der Einsicht warum sich Dinge in ihren Unternehmen ändern müssen, um Konkurrenzfähig zu bleiben. Das Schlagwort Digitale Transformation verkommt oftmals zu einem Modewort innerhalb dieser Unternehmen und das Tagesgeschäft lässt den Begriff verblassen. Wochen oder Monate später, stolpert man erneut über das Thema in Form von Innovationszwang, Verbesserungswünschen der Geschäftsführung und man befasst sich mit den Herausforderungen aufs neue.

Klingt bekannt, oder eher nicht? Wenn man dieses Szenario so nicht nachvollziehen kann, hat man entweder nur mit Konzernen zu tun, die oftmals sehr bereitwillig neue Wege beschreiten, oder hatte Glück mit bzw. für KMU zu Arbeiten die bereits reif für die Änderungen sind.


KMU Insight

Man muss die Anatomie der KMU verstehen um nachzuvollziehen, dass es oftmals nicht möglich ist über den sprichwörtlichen "Tellerrand" zu schauen. Das ist zwar sehr riskant, da fehlende Vorwärtsorientierung vielen Unternehmen, unabhängig ihrer Größe, den sprichwörtlichen Boden unter den Füßen wegreißen kann. Hier setzt jedoch die Realität ein. KMU haben oftmals kein Change Management, Innovationskomitees, organisiertes Projektmanagement, können mit dem Begriff Special Matter Expert (SME) nichts anfangen und dennoch ruht die wirtschaftliche Gesamtleistung zum großen Teil auf ihren Schultern. Zusammengefasst, KMU müssen Schritt halten, jedoch muss oft erst die Basis innerhalb dieser geschaffen werden.


KMU - digitale Transformation und die wahre Bedeutung

Eine der Hauptaufgaben besteht darin dem Begriff digitale Transformation, im Kontext des jeweiligen Unternehmens, eine individuelle Bedeutung zu verleihen. Aufbruch in eine neue Welt, sich digital neu erfinden klingt wie eingangs geschrieben gut, jedoch ist dies für die meisten KMU zu abstrakt. Es muss viel praktischer und grundlegender gearbeitet werden. Erst einmal muss neben all den Lösungen die man anbieten möchte, auch festgestellt werden, welcher Reifegrad innerhalb des Unternehmens vorliegt - welche Erfahrungen in Projekten existieren, wie die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens an abteilungsübergreifenden Initiativen erfolgt bzw. ob es solche Initiativen überhaupt gibt. Es gibt zu Anfang kein grundlegend falsches Vorgehen seitens der KMU. Ihre Strukturen sind gewachsen aus der Notwendigkeit des praktisch orientierten Betriebes. Es ergibt sich jedoch ggf. am Ende einer Analyse, dass Strukturen aufgebrochen und an eine zeitgemäße Vorgehensweisen angepasst werden müssen.

Hierbei wird in Mehrwerten und Einsparungen gesprochen, in greifbaren Messgrößen, welche weniger Abstrakt sind wie z.B. Visionen. Es soll der Geschäftsführung leicht gemacht werden, den Unterschied zu erkennen zwischen dem Fortsetzen des Betriebes innerhalb der derzeitigen und der geänderten Strukturen. Als erste Maßnahme sollten Quick-Wins in den Fokus rücken. Für die Realisierung solcher Maßnahmen hat sich der Einsatz von Outsourcing-Teams als Zielführend erwiesen - schneller Zugang zu Kapazitäten, jedoch ohne den Bedarf all die benötigten Spezialisten suchen und fest einstellen zu müssen.


Geschwindigkeit entscheidend?

Ja und Nein - dies ist natürlich eine bequeme Antwort mit der man nichts falsch machen kann, jedoch lässt sich dies einfach begründen. Befindet man sich in einem starken Konkurrenzumfeld, kann eine gezielte Initiative entscheidend sein, ob man vorne mitschwimmt oder eher den Anschluss sucht. Doch oftmals sind diese extrem zeitkritischen Szenarien nicht völlig zutreffend, denn im Falle von KMU kann Geschwindigkeit Probleme verursachen, da die notwendigen Strukturen für den Betrieb solcher Initiativen schlichtweg fehlen. Der Vorteil hier, man kann davon ausgehen, dass andere traditionell ausgerichtete KMU die gleichen Probleme haben, daher auch über keinen entscheidenden Vorteil verfügen. Durch gezieltes Outsourcing, lassen sich jedoch Positionen strategisch besetzen und damit wird an der Vorteilsschraube gedreht. Vereinfacht gesagt, alle sind ca. gleich schnell, bis jemand anfängt seine Kapazitäten auszubauen.

Das Tempo muss eine gesunde Balance zwischen finanziellen Möglichkeiten und der Konkurrenzsituation abbilden. Je kritischer die Zeit, desto höher die Kosten für den Betrieb solcher Initiativen.


Pragmatisch und ehrlich

Solange die Geschäftsführung grundsätzlich daran interessiert ist das Unternehmen wirtschaftlich und zukunftsorientiert auszurichten, mit dem Wissen, dass zum Wunsch auch die Handlung zugehört, hat man eine Basis für Initiativen.

Der Begriff "digitale Transformation" ist als solcher nebensächlich - es geht um Vereinfachung sowie Automatisierung von Prozessen, der Schaffung von Standards und Schnittstellen, also um Kostenreduktion und Steigerung der digitalen Kapazitäten innerhalb des Unternehmens. Durch die Schaffung dieser Grundlagen und der Etablierung eines Unternehmensweiten Bewusstseins für Änderungen, kann auch ein traditionell ausgerichtetes Unternehmen zu einem digitalen Vorreiter werden.

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